Dieter Zetsche,
Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG

Man kann gar nicht anders, als Dieter Zetsche zu bewundern. Vor drei Jahren noch galt er als angezählt, eine Vertragsverlängerung ungewiss. Die Konkurrenten BMW und Audi schienen enteilt, neue Modelle ließen auf sich warten, die Ertragskraft des Unternehmens war schwach. Doch Zetsche, der im Mai 63 Jahre alt wird, hat es seinen Kritikern gezeigt. Mit einem Modellfeuerwerk, jüngerem und sportlicherem Design und mehr Effizienz brachte er den Konzern und vor allem die Pkw-Sparte mit Mercedes und Smart wieder in die Spur. Nun purzeln bei Absatz, Umsatz und Gewinn Quartal für Quartal die Rekorde. 2016 könnte Zetsche die Aufholjagd mit dem Sprung an die Spitze der Premiumhersteller krönen. Wenn die Marke mit dem Stern weiter so dynamisch wächst, wird sie erstmals seit vielen Jahren wieder vor BMW landen. Damit wäre ein Ziel erreicht, dass sich Zetsche selbst erst für das Jahr 2020 gesetzt hat. Seit zehn Jahren schon lenkt er die Geschicke eines der größten deutschen Automobilkonzerne mit weltweit knapp 285 000 Mitarbeitern. Bis Ende 2019 wird er voraussichtlich im Amt bleiben.Von Amtsmüdigkeit oder Selbstzufriedenheit aber keine Spur. Stattdessen kündigte der Daimler-Chef kürzlich die Schaffung einer neuen Führungskultur an. "Hierarchie-Struktur, Meeting-Kultur, Leistungsbewertung - alles kommt auf den Prüfstand", sagte er. Sichtbares Zeichen des neuen Stils ist die Lockerheit, die der Chef pflegt. Dazu gehört auch, dass bei Messen und anderen öffentlichen Auftritten die Krawatte nur noch selten im Gepäck ist. Michael Gerster