Ulrich Eichhorn,
Leiter Forschung und Entwicklung der Volkswagen Aktiengesellschaft

Der Mann denkt ganzheitlich. Er kennt Extreme auf vier Rädern. Und Ulrich Eichhorn, 54, arbeitet mit seinen neuen – vielfach sind es auch noch die alten – Kollegen bei VW an der Umsetzung eines ehrgeizigen Plans. "Wir haben die Elektromobilität in die Mitte des Konzerns geholt und umfangreiche Kompetenzen aufgebaut", sagt der seit Jahresbeginn amtierende VW-Entwicklungschef. "Volkswagen hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2018 Marktführer in der E-Mobilität zu werden. Zudem bringen wir im Konzern bis zum Jahr 2020 weitere 20 Elektrofahrzeuge auf den Markt". Es mag an seiner jüngeren Vergangenheit als Geschäftsführer Technik und Umwelt (2012 – 2015) beim Branchenverband VDA liegen, dass Eichhorn bei derlei anspruchsvollen Vorhaben nicht allein das Wohl nur eines Herstellers im Sinn hat: "Daraus ergeben sich auch für unsere Partner im Lieferantennetzwerk neue Möglichkeiten", fügt der in Obernburg geborene Unterfranke mit Blick auf die norddeutsche Stromer-Offensive und interessierte Zulieferer an. Das Innenleben des Wolfsburger Mehrmarkenunternehmens versteht Eichhorn seit Langem aus dem Effeff. Nach Studium und Promotion sowie internationalen Berufsstationen bei Ford wurde der Maschinenbauer im Jahr 2000 bei VW zum Leiter der Konzernforschung berufen. Dadurch war er unter anderem früh am Projekt des legendären Ein-Liter-Autos XL 1 beteiligt. Doch nicht nur äußerst verbrauchsarme Fahrzeuge wie dieser zweizylindrige Diesel-Hybrid-Flügeltürer vermögen Eichhorn zu faszinieren, sondern auch außergewöhnlich PS- und drehmomentstarke Kraftwagen wie jene des britischen VW-Luxuslabels Bentley, für das Eichhorn von 2003 bis 2012 als Entwicklungsvorstand wirkte. In seiner aktuellen Funktion als F+E-Generalist berichtet der Topmanager Ulrich Eichhorn direkt an Matthias Müller, den Vorstandsvorsitzenden von VW.Henning Krogh