Volkmar Denner,
Vorsitzender der Geschäftsführung, Robert Bosch GmbH

Volkmar Denner, seit Juli 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, will das Traditionsunternehmen fit machen für eine Welt der verknüpften Technologien und dabei virtuelle und physische Welt miteinander verbinden. Der passionierte Fahrer sportlicher Motorräder will das Unternehmen insgesamt schneller machen. Neue Produkte und Geschäftsmodelle sollen in kürzerer Zeit vorangebracht werden. Denner ist erst der sechste Chef nach Robert Bosch, der das Unternehmen vor 130 Jahren gegründet hat. 1956 in Uhingen geboren, studierte der Vater von drei Kindern nach dem Abitur Physik an der Universität Stuttgart und legte dort 1981 sein Diplom ab. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA promovierte er an der Universität Stuttgart in Physik. 1986 erfolgte sein Einstieg bei Bosch, wo er schnell Karriere machte. Nach verschiedenen leitenden Funktionen trat er 2006 in die Bosch-Geschäftsführung ein. Einen ersten Akzent hat er gesetzt, als er vor drei Jahren den Ausstieg aus der Solarindustrie bekannt gab. Zu hohe Verluste und mäßige Zukunftsaussichten bedeuteten das Aus für die Sparte. Verluste passen auch nicht zu seiner Vorgabe – der Doppelacht: jährlich acht Prozent Umsatzwachstum und acht Prozent Rendite. Denners große Begeisterungsfähigkeit für neue Technologien zeigt sich auch in seiner Unterstützung von jungen Firmen innerhalb des Konzerns. Er möchte im Unternehmen eine Start-up-Kultur etablieren und seine Mitarbeiter dazu motivieren, Neues zu wagen. Dafür hat er 2014 eine Start-up-Plattform beim weltgrößten Zulieferer ins Leben berufen. Weil ihm bewusst ist, dass Schlipsträger in der Gründerszene als rückständig gelten, hat er in einer Klausur der Geschäftsführer angeregt, den bisherigen Krawattenzwang abzuschaffen. Wie wichtig ihm die vernetzt Welt ist, zeigt sich wohl auch darin, dass er seine Führungskräfte dazu verpflichtete hat, Nachhilfe in Social Networks zu nehmen. Klaus-Dieter Flörecke